Die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft

Die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft

Ruhe ist ein komplexer Begriff und meint nicht eine gechillte Urlaubssituation.

In vielen Phasen unseres Lebens und im Alltag ist eine reizarme  Situation gar nicht möglich. Da löst es nur Frust aus, wenn jemand empfiehlt, wir sollten uns die Ruhe antun.

Ruhe ist eine Entscheidung, eine Haltung, ein Bewusstsein, dass es für gute Lösungen für Herausforderungen gibt. Gerade, wenn es sehr „dicht“ wird im Alltag, kann ich mich für Ruhe entscheiden  Ich habe das in der Praxis, im Familienleben und bei großen Projekten wie Prüfungen, Hausbau oder Krisen, wie Krankheit von lieben Menschen und Tieren und Todesfällen immer als heilsam erlebt, wenn ich in die „Ruhe“ gegangen bin. Angst und Widerstand, gestresst und gefrustet sein, ist häufig die erste Reaktion aber kostet viel Kraft.

Gerade wenn schwierige Situationen lange Zeiträume beanspruchen, kann das niemand bei guter Gesundheit lange durchhalten. „Ruhe“ als bewusste Entscheidung bedeutet nicht, dass wir wirklich entspannt sind, sondern vielmehr Hingabe an die Situation, anstelle von Widerstand. Annehmen was ist, statt mit dem Schicksal zu hadern. Die erlösenden Tränen weinen, anstatt zu verdrängen oder auf Nebenkriegsschauplätze auszuweichen.

Ruhe bedeutet, dem Leben auch in schwierigen Situationen zu vertrauen und sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Als mein Vater einen Herzinfarkt erlebte, baten die Sanitäter mich, eine Krankenhaustasche für ihn zu packen. Mit einem Ohr verfolgte ich die verschiedenen lebensrettenden Behandlungsschritte, mit meinen Händen packte ich Sachen ein. Dabei fiel mir aus seiner Reisetasche ein Eintrittskärtchen für die Chalice Well – die wundervolle Heilquelle im Ort Glastonbury, dem alten Avalon, entgegen. Wir waren Jahre vorher alle gemeinsam dort gewesen.

Meine innere Führung, meine Seelenstimme,  hatte mir versichert, dass er diesen Infarkt gut überstehen würde und nun bekam ich ein sichtbares Zeichen. Ich konnte in dieser Situation „ruhig“ bleiben. Dafür bin ich sehr dankbar.

In sehr herausfordernden Situationen habe ich die Entscheidung für Ruhe immer als einen grenzenlosen Pool der Kraft erlebt, der uns zeigt, dass das Leben groß ist und viel schöpferischer, unbegrenzter, unterstützender und liebender, als unser Alltags – Ich es wahrnehmen kann.

Ich wünsche uns allen immer mehr diese Entscheidung für „Ruhe“, statt Dramatik. Entschlossener in der Lösung zu leben, als in den Problemen. Aufrichtig unsere Gefühle spüren und ausdrücken zu können. Hilfe und Unterstützung fordern und annehmen können. Zu wachsen, statt vor Herausforderungen zurück zu schrecken. Und dann stolz zu sein, unsere Erfahrungen wertzuschätzen und zu feiern. Was wir schaffen ist NICHT selbstverständlich. Wir dürfen uns viel mehr anerkennen und sehen, wer wir wirklich sind. Auch das ist eine Entscheidung zur „Ruhe“. Ich bin okay – ich gebe mein Bestes, nach meinem Vermögen  – das ist genug!